Pferdemist auf dem Beet

So ein Mist …

Ein Bekannter von uns unterhält (in einer seiner vielen Tätigkeiten) einen Reitstall, bei dem natürlich jede Menge naturbelassener Pferdemist anfällt.

Da der Gartenboden von der Struktur relativ schwer ist und nach den letzten Starkzehrern auf den Beeten vom Vorbesitzer auch nie großartig gedüngt wurde – habe ich mir eine ordentliche Fuhre frischen Pferdemist bestellt und untergearbeitet.

Bevor es jetzt losgeht …

Frage 5 Experten und Du erhältst 5 Meinungen.

Bevor da ganz viele Fragen zu kommen:
Der Mist ist knapp eine Woche alt und ist mit den Pferdeäpfeln und der Urin durchmischt. Als Einstreu wird gutes, altes Stroh verwendet. Spuren von mittelgrobem Sägemehl sind auch vorhanden.

Schubkarre voll Pferdemist
Schubkarre voll Pferdemist

Der frische Pferdemist kommt nicht pur auf irgendwelche Pflanzen oder an Wurzeln. Ich werde dieses Jahr sehr spät auspflanzen/aussäen und die meisten Pflanzen auf der Fensterbank vorziehen.
Und von wegen die Pflanzen verbrennen und ätzende Wirkung – der Pferdebesitzer beliefert umliegende Gemüse- und Blumengärtnereien (hauptsächlich Rosen), die den Mist so einbringen, wie er ist. Das Gleiche passiert in seinem ca. 1/2 ha großen Hausgarten. Der frische Pferdemist wird mit einer Fräse sofort in den Boden gebracht. Dann etwa 2 Wochen warten bis zur Aussaat. Zumindest für besagten Garten und den dort angepflanzten Kartoffeln, Kohl und auch Kürbissen kann ich das bestätigen.

Da wird nichts jahrelang gelagert und gereift. Es sei denn, man möchte einen toten Kompost haben, der einzig und allein für die Auflockerung des Bodens zu gebrauchen ist.
Letzteres ist ein angenehmer Nebeneffekt, den ich bei unserem schweren Boden auch mitnehmen möchte. Der Hauptgrund ist aber schon, dass ich hier mal die düngende Wirkung testen möchte. Es ist wie so vieles im Garten nur ein Versuch, denn mir ist es relativ egal wie groß die Früchte werden.

Die letztes Jahr etwas murkelnden Rosensträucher werden eine milde Mistgabe erhalten. Dazu die Erdbeeren. Alle Beete, bei denen dieses Jahr Starkzehrer vorgesehen sind, werden ebenfalls mit Mist versorgt. Das Frühbeet wird zum klassischen Mistbeet umgenutzt. Wenn dann noch etwas von der Mistlieferung überbleibt, wird es kompostiert.

Natürlich bin ich auch skeptisch, was passiert, wenn die Heißrotte einsetzt – aber so wie die Wetter- und vor allem Temperaturaussichten sind, kann etwas Bodenwärme von unten nicht schaden. Die Gefahr der Stickstoffüberdüngung und der Anteil des Ammoniaks. Nach Auskunft des Lieferanten, erfolgt das Auswaschen der Nährstoffe ziemlich schnell, während der Ammoniak sich bald an der Luft verflüchtigt. Pferdeäpfel sollen übrigens reichlich nutzlos sein, das nasse Stroh soll angeblich den Stickstoff binden. Ich bin wirklich sehr gespannt, weil man das alles früher mal ganz anders „gelernt“ hat. Aber was hat man nicht auch alles gelernt: Umgraben ist heilig und ein Komposthaufen braucht Jahre …

11 Gedanken zu „So ein Mist …“

      1. Hallo Barbara,

        da würde ich mal mit einem klaren „Jein“ antworten. 🙂
        Ich habe festgestellt, dass es auf die Verweildauer des Mistes im Boden ankommt, auf die Zusammensetzung des Mistes (Anteil der Einstreu, Art der Einstreu – Stroh oder Pferderäpfel) und auch auf die Gemüsesorten, die man dort anbauen will. Weil mein Boden generell recht schwer und nass ist, hätte sich empfohlen, den Pferdemist nochmal ein halbes Jahr zu kompostieren, damit er sich leichter einarbeiten lässt. Für Zwiebeln (oder generell Lauchgewächse) ist frischer Mist ohnehin nicht so gut geeignet, weil er das Aufkommen der Zwiebelfliege begünstigt. Ansonsten … meine Nachbarin hat ihre Gewächshaus-Paprika und -Auberginen damit frisch gedüngt und die sind gewachsen wie Hexe.

  1. Hallo Gartenfreunde,
    hab grad diese Seite entdeckt, weil ich wissen wollte, ob man Kartoffeln auf frische Pferdeäpfel setzen kann. Gibt es da inzwischen mehr Erfahrungen? Ich probiere es grad aus, indem ich jeweils 1/3 Pferdeäpfel (vor einigen Tagen von der Wiese geholt) unzerkleinert mit 2/3 Kompost gemischt habe und davon ca. eine gute Schaufel voll in 1m Pflanzreihe eingearbeitet habe. Darauf die Frühkartoffeln gesetzt. Hab aber so meine Zweifel…Vielleicht garen die Saatkartoffeln jetzt in der Wärme?

    Die unkonventionelle Art mit der dieses Thema hier eröffnet wurde, hat mich sehr angesprochen und deshalb möchte ich zu aus meinen Erfahrungen Folgendes hinzufügen:
    Ich habe einen Gemüsegarten dessen Boden im Frühjahr nass und schwer ist; Ackerschachtelhalm fühlt sich wohl..
    Im Herbst -oder wegen Zeitmangel manchmal erst im frühen Winter- ließ ich mir immer eine Fuhre Pferdemist kommen, und verteilte ihn ca. 8-10cm hoch auf alle Beete, die nicht mit Schwachzehrern bepflanzt werden sollten.
    Im Frühjahr habe ich sie dann jeweils nach zeitlichem Bedarf und Wetter „abgedeckt“, das heißt, die obere lose Schicht abgeharkt oder so viel davon entfernt, wie ich es für richtig hielt, und sie unter Sträucher und Hecken verteilt. Im Gemüsegarten war die Erde darunter dann erst einmal relativ unkrautfrei (Quecke und Schachtelhalm ausgenommen), weil die Wildkräuter wenig Chancen hatten, sich zu entwickeln. Zudem war die Erde locker und konnte gut mit Sauzahn und Grabegabel bearbeitet werden. Großen Dank an die zahlreichen Regenwürmer!
    Der Boden war auch nicht überdüngt, weil während der Winterperiode ein Großteil des Ammoniaks verflogen war.
    Leider bekomme ich jetzt nicht mehr so guten Mist und hole mir stattdessen vom Nachbarn die Pferdeäpfel, die er täglich von seiner Weide aufsammelt.
    Ich habe also diesen Winter die Beete nur mit Laub und gejätetem Unkraut abgedeckt – alles, was im Garten so anfiel und nicht festwachsen konnte.
    Der Boden ist ähnlich locker, aber ich habe jetzt als Dünger nur den üblichen Kompost und die relativ frischen Äppel zur Verfügung. Zum Zerkleinern derselben fehlt es mir an Zeit.
    Habt Ihr Vorschläge??

    1. Hallo Ingrid!

      Es wäre jetzt interessant zu wissen, in welcher Absicht Du immer den Pferdemist auf den Boden getan hast? Auflockerung bekäme man ja auch gut mit einer Durchmischung mit Komposterde hin. Bei den Dünge-Effekten schriebst Du ja, dass es eher für Beete nicht mit Starkzehrern wäre.
      Ich denke, viele Leser sind gespannt, was Du jetzt im ersten Jahr nach Wegfall des Pferdemist-Segens berichten kannst. Bei der Methode mit den aufgelesenen Pferdeäppeln von der Weide hast Du eben auch die ganze Einstreu nicht dabei. Wäre auch interessant zu wissen, wie sich das auswirkt.

      Bei den Kartoffeln hätte ich Angst, dass sich durch die frischen Pferdeäpfel zu schnell die Drahtwürmer und sonstiges Viehzeugs angezogen fühlen. Ich bin da immer nur mit Komposterde zugange gewesen. Aber man lernt ja nie aus.

  2. Hallo „Chef“ (soll ich Dich so anreden?)
    ich hab den Pferdemist obendrauf gepackt, weil ich zu faul war, den großen Garten im Herbst vorschriftsmäßig zu bearbeiten, weil mir Mist untermischen zu mühsam war und weil der frische Mist die Wildkräuter, die sich noch auf den Beeten befanden oder wieder gewachsen wären, so gut unterdrückte, auch weil ich mir dachte, bei der Menge, die ich draufkarre ist das sowieso zu viel Stickstoff – da kann ruhig ein Teil davon verfliegen.
    Ein MIßverständnis: Ich habe den Mist immer nur dahin getan, wo Stark- Mittelzehrer wachsen sollten.
    Meine Überlegung:
    Die Regenwürmer lockern den Boden, weil sie von unten nach oben zum Mist wandern, nehmen einem also einen Teil der Arbeit ab. Im Frühjahr ist die obere Schicht ausgelaugt und kommt woanders hin. Darunter ist aber nun halbverrotteter Mist, den ich für die Starkzehrer unterarbeite. Da, wo es zuviel des Guten wäre, kommt er weg – unter die Rosen.
    Das war eben mein „Dünge-Kompost auf den Beeten“ für viele Jahre und hat dem Boden sehr gut getan.

    Und nun muß ich umdenken. Du hast Recht: an die Drahtwürmer hab ich nicht gedacht. Aber ich versuch’s dieses Jahr mal so mit den Pferdeäpfeln. Würde nur gern wissen, ob darin eigentlich auch Ammoniak ist und wieviel Stichstoff sie haben im Vergleich zu Stallmist.

    Schöne Gartentage wünsche ich!

    1. Soooo wird ein Schuh draus 😀
      Perfekt. Fast ganz genauso würde ich es auch machen, wenn ich nicht so faul wäre.
      Nein, Ernst beiseite. Unser Pferdemistlieferant könnte jede Woche 2 oder 3 Fuhren liefern, die für die gesamte Gartenanlage ausreichten. Und für eine Schubkarre voll, schwingt er nicht extra die Forke …

      1. Hallo,
        Tja, wenn Euer Mistlieferant bei uns in der Nähe wäre..
        Ich könnte hier auch weiter Mist bekommen, aber auch Pferdemist ist nicht gleich gut brauchbar:
        Früher wurde mir der Mist vom Hänger weg zerkleinert. Das war ideal.
        Dann gab’s diese Vorrichtung nicht mehr. Das lange Stroh dazwischen war dann so verdreht im Haufen, dass ich es kaum noch auf die Karre bekam. Mußte mir jedes Mal Hilfe holen. (Bin schon etwas älter)
        Beim letzten Mal war so viel trockenes Heu mit Grassamen drin, daß ich damit eine Wiese hätte einsäen können.
        Versuch es erst mal weiter mit den Äppeln.

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