Das Selbstversorger Kochbuch vpm BLV Verlag

Rezension zu: Selbstversorger Kochbuch. Kochkurs | Genussrezepte | Reportagen

Selbstversorgung aus dem eigenen Garten ist ein Thema, mit dem ich mich hier auf diesem Blog bereits desöfteren auseinandergesetzt habe. Ein Rezensionsexemplar vom „Selbstversorger Kochbuch“ des BLV Verlags ermöglicht es mir, dieses Mal auf die Verwertung der Erzeugnisse einzugehen bzw. eine Veröffentlichung dazu zu besprechen.

Allerdings muss ich gleich zu Beginn „beichten“, dass ich zur Rezension nur die Taschenbuchausgabe erhalten habe, die sich im Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Platz wohl deutlich von der „normalen“ Ausgabe unterscheidet.

Buchdetails

  • Titel: Selbstversorger Kochbuch. Kochkurs | Genussrezepte | Reportagen
  • Autor: Elke von Radziewsky und Regina Recht
  • Jahr: 2015
  • Verlag: BLV Buchverlag GmbH & Co. KG
  • Seiten: 199
  • Preis: 12,99 €
  • ISBN: 978-3-8354-1461-7
Das Selbstversorger Kochbuch vpm BLV Verlag
Das Selbstversorger Kochbuch vpm BLV Verlag

Inhalt

Der Käufer hält hier kein gewöhnliches Kochbuch in den Händen. Das ist schon mal die erste Überraschung bei diesem Buch: es entspricht nicht den Erwartungen sondern bricht sie mit fast kindlichem Vergnügen. Die einzige Einteilung, die dem Ganzen Struktur gibt besteht in der Einordnung der Rezepte nach dem Erntezeitraum der Hauptzutaten. Also Frühling, Sommer, Herbst und Winter
Das „Reportagen“ im Untertitel muss man ernst nehmen, denn das Buch stellt in einem nicht unerheblichen Maße Menschen vor, die im weitesten Sinne Selbstversorger sind und Rezepte beisteuern. Wie es zu der Auswahl dieser ganz bestimmten Menschen kam, erfährt man nicht. Ich würde auch nicht den Begriff Reportagen verwenden, es sind einfach Portraits von Leuten.

Dazu kommt, dass das Buch auf den ersten Blick nicht sehr geordnet erscheint. Es gibt zwar die „richtigen“ Rezepte, klar erkennbar an der normalen Schriftgröße und den gelbgrünen Überschriften, aber zwischendrin tauchen auch anders formatierte Rezepte und Kochanleitungen auf. Das geht soweit, dass auch Bilduntertitel als kleines Rezept genutzt werden.

Wirklich störend in der Taschenbuchausgabe (!) ist die sehr kleine Schriftgröße. Es ermüdet einfach ungemein, wenn man sich durch den Fließtext mit 6 oder 7 Punkten durcharbeiten muss. Die Reportagen kann man zur Not ja überlesen, aber auch die Rezepte sind sehr oft auch noch platzsparend gesetzt. Gehen die Rezepte über die ganze Seitenbreite, ist alles in Ordnung. Stehen die Rezepte untereinander, kann man damit auch noch leben. Aber wenn auf einer Seite 3 Rezepte in Mosaikaufteilung untergebracht sind, stört das die Erfassung der Inhalte. Meistens gibt es dann ein Rezept auf 2/3 der Seite und ein Rezept auf dem verbliebenen Drittel. Auch bei der winzigen Schrift bricht dann die Zeile nach 3-4 Worten um, was keinen Lesefluß herstellt.

Bei sehr vielen Rezepten wurde auf ein begleitendes Photo vom Ergebnis verzichtet, was schade ist – denn die Bilder von Regina Recht sind (auch wenn manchmal zu dunkel) ausgezeichnet.
Die Rezepte an sich würde ich vom Schwierigkeitsgrad her zwischen einfach bis mittel einstufen. Es gibt so einige Gerichte, die sich auf dem Niveau „Bratkartoffeln mit Spiegelei“ bewegen. Dann gibt es noch so Sachen wie Rote-Bete-Ingwer-Gemüse mit Zucchini-Kartoffelpuffer und gebratener Birne, der Rest bewegt sich zwischen diesen Polen.
Die Rezepte die von Chefkoch Dusko Fiedler inspiriert sind, kann man ausprobieren. Muss man aber nicht. Da sind nette Sachen bei, aber wenn ich schon lese „nur mit sehr viel Übung“ und „Pfanne benötigt, die 400 Grad C aushält“, schalte ich gedanklich ab. Ich bin ein fauler Koch. Das betrifft auch so Experimente mit angebratenen Johannisbeeren (generell werden hier ziemlich viele Früchte geschmort) oder den Chili-Gerichten des Paprika-Züchters.
Ansonsten klingen die ca. 120 Gerichte vom Titel, den beteiligten Zutaten und den Anleitungen einfach lecker. Wirklich, da ist kein Rezept drin, was ich nicht nachkochen würde. Es gibt vielleicht eine Handvoll Gerichte, bei denen Fleisch zum Einsatz kommt – der Rest ist Gemüse-, Obst oder Eier-/Mehl-basiert.

Und wir müssen hier auch über den etwas desorientierenden Titel „Selbstversorger Kochbuch“ reden. Hundertprozentige Selbstversorger gibt es heute nicht mehr. Höchstens Leute, die sich aus dem eigenen Garten zuversorgen. Die Gründe dies zu tun sind vielfältig, sollen hier aber nicht weiter diskutiert werden.
Ich würde diese Publikation eher in den Bereich Landfrauenküche einordnen.

Fazit

Sieht man von den Layoutproblemen ab (die ich aber nur für die Taschenbuchausgabe bestätigen kann), hat man hier ein lesenswertes Buch, das leider einen irreführenden Titel trägt. Um Selbstversorger mag es zwar in den sogenannten Reportagen gehen – die vielen Rezepte lassen sich von ihren Zutaten und Zubereitung her nicht unbedingt aus der Selbstversorgung heraus erkennen. Das ist auch egal, denn es sind einige interessant und lecker klingende Kochvorschläge enthalten. Ich würde mir bspw. das Buch auch nur wegen der Rezepte kaufen, denn 12,99 € sind ein guter Preis.

Kaufen kann man das Buch z.B. bei Amazon: Selbstversorger-Kochbuch TB: Kochkurs Genussrezepte Reportagen

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