Sommer 2021 – durchwachsen

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Ich muss gestehen, ich habe derzeit wenig Zeit und weniger Lust, ausgiebige Beiträge zum Gartengeschehen zu veröffentlichen. Es ist nicht so, dass ich nicht im Garten bin oder es dort nichts zu tun gäbe. Aber diese Coronapandemie und alles was damit verbunden ist, saugt einem echt die Energie aus. Es bleibt neben der Arbeit und der Arbeit im Garten nicht mehr viel an Kraft übrig, um auch noch in die Tasten zu hauen.

Auch ist der bisherige Sommer recht durchwachsen, was das Wetter betrifft. Von der Unwetterkatastrophe mit Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ganz zu schweigen. Wer eine Möglichkeit des Helfens sieht, möge dies bitte tun.
Ich bin mit den doch recht kühlen Temperaturen und den häufigen Niederschlägen (bei uns Gottseidank nicht in so einer Schwere und Heftigkeit) eigentlich einverstanden. Ich fühle mich bei 20 Grad und bedecktem Himmel wohler als bei 30 Grad und praller Sonne. Ich schaffe mehr und muss nicht soviel gießen. Für die Sonnenanbeter und Supersommerfreunde tut es mir ja fast leid (nein, tut es nicht – aber ich wollte es diplomatisch ausdrücken), aber ihnen steht es frei, ins östliche Mittelmeer zu reisen. Temperaturen über 40 Grad sollten für das nötige Sommergefühl ausreichen.

Aufgrund der regelmäßigen Regenschauer musste ich (von einigen Ausnahmen abgesehen) bisher nicht großflächig gießen oder bewässern. Allerdings haben sich in diesem Jahr nicht alle vorgesehenen Pflanzungen so entwickelt, wie das geplant war. So richtig zufrieden bin ich nur mit den Kartoffeln, den Zuckerschoten und einer Kürbispflanze. Die Hälfte der Tomatenpflanzen entwickelt sich prächtig, aber es fehlt ihnen die Sonne. Ja, so ein durchwachsener trüber Sommer hat eben auch Nachteile. Ich kann nicht sagen, ob sich überhaupt eine Tomatenernte einstellt und ob das nicht sogar während meines Urlaubs (und damit Abwesenheit) passiert. Interessiert wäre ich schon, denn ich habe Exoten wie Ochsenherz Findling oder Green Zebra ausprobieren wollen.
Salat konnte ich dieses Jahr völlig vergessen. Die Rote Beete wurde von den Schnecken sofort weggefressen.

Geh mir weg mit Schnecken

Apropos Schnecken: dieses Jahr ist ein Schneckenjahr und sie sind eine wahre Plage. Ja ich weiß, Leben und leben lassen. Aber die Biester lassen nichts unangetastet (selbst Kürbisblätter werden nicht verschmäht) und selbst wenn ich Tausende von ihnen dezimiere, bleiben noch genügend zur Arterhaltung übrig. Wenn ich die Nacktschnecken zu dritt oder viert an einem Kartoffeltrieb baumeln sehe, hält sich meine Empathie in Grenzen. Also immer feste druff. Ich hätte von Beginn an, Schneckenkorn einsetzen sollen. Jetzt ist es zu spät. Wie zum Hohn schnuffelte eines Abends ein Igel über die Gartenwege. Aber gegen die Schneckenplage unternimmt der auch nichts.

Apfelbäume im Lot, aber diese Gespinstmotten …

Womit ich zufrieden bin (aber keinen direkten Anteil an der Entwicklung habe) ist der Besatz der Apfelbäume. Dieses Mal ist sogar der Kaiser Wilhelm ordentlich behangen, was die letzten Jahre nicht der Fall war. Ob die Blüten bei ihm sonst immer erfroren waren? Sogar den außerordentlichen Befall durch die Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus) haben Kaiser Wilhelm und Rewena recht gut verkraftet. Anfangs habe ich versucht, diese „Nester“ per Hand zu entfernen, aber es sind so viele und bis in alle Höhen vorhanden gewesen, dass ich das aufgegeben habe. Meistens ist es in diesem Stadium auch schon zu spät und die Raupen der Gespinstmotte haben die Blätter unter ihrem Netz kahlgefressen. Für ihre natürlichen Feinde, die Vögel, habe ich immer wieder Knödel und Futterspender in die Bäume gehangen, aber dass sie sich der Raupen angenommen haben, kann ich so nicht behaupten. Ansonsten hilft wohl nur eine Bekämpfung mit Bacillus thuringiensis bzw. die Triebe beim Winterschnitt regelmäßig einzukürzen, da dort die Larven überwintern.

Wo es wuchert, muss geschnitten werden

Ansonsten hat dieses Jahr so ziemlich alles an Ziergehölz gewuchert, was im Garten stand. Den Flieder am Gartenzaun schneide ich bis auf Hüfthöhe radikal zurück. Gibt es im nächsten Sommer eben keine Blüte, aber er beschattet die Beete zu seinen Füßen derart, dass ich das nicht dulden kann. Die Forsythie daneben wurde von mir auch runtergeschnitten. Möglicherweise bildet sie nochmal junge Triebe aus, welche die Blüten für 2022 tragen. Das hängt von der weiteren Witterung bis in den Herbst ab.
Der Spierstrauch wird auch heruntergeschnitten. Er verträgt das.
Die solitär stehenden Buchsbäume habe ich mit der Heckenschere frisiert und es sieht gar nicht mal so schlecht aus. Ich bin auch sehr froh, dass wir hier immer noch keinen Buchsbaumzünsler haben, der alles ruiniert. Die Ligusterhecker ist demnächst dran.

Aus Rasen wird Wiese?

Den Rasen habe ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt regelmäßig mit meinem Gardena-Spindelmäher gemäht. Das geht ruck zuck und macht auch Spaß, aber ich sehe bei den Gartennachbarn immer öfter Rasenflächen, die nicht mehr gemäht und so zur Wiese werden. Mir tut es auch immer in der Seele weh, wenn ich beim Rasenschnitt auch immer andere Wiesenkräuter absäbeln muss. Vielleicht überlege ich mir dahingehend auch mal was. Natürlich hat das Auswachsen lassen des Rasen noch nichts mit einer naturnahen Wiese zu tun, aber da gibt es ja Saatenmischungen und das Internet.

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