Aufruf: Wer besitzt einen gegen Kräuselkrankheit resistenten oder hochtoleranten Pfirsichbaum?

Mich erreichte eine Email des Gartenversandhändlers Lubera mit der Bitte einen Aufruf zu teilen.
Im Detail geht es darum, gegen die berüchtigte Kräuselkrankheit tolerante wenn nicht sogar resistente Pfirsichbäume in heimischen Gärten zu finden. Mit diesen Exemplaren als Basis will Lubera seine Neusortenzüchtungen betreiben, um der weiteren Ausbreitung der gefürchteten Blattkräuselkrankheit bei Pfirsichen und Nektarinen entgegenzuwirken.,

Ich sag mal … schaden kann es nicht und so bleibt dieser Aufruf bis auf Weiteres auf meiner Webseite:

Besitzen Sie einen krankheitstoleranten älteren Pfirsichbaum?

Kriterien:

  • älter als 8-10 Jahre
  • keine oder nur sehr wenige Kräuselkrankheitssymptome
  • kein Harzfluss
  • schmackhafte Früchte

Wenn Ihr Nektarinen- oder Pfirsichbaum diese Kriterien erfüllt, würden wir uns freuen, wenn Sie uns (kontakt@lubera.com) schreiben, eventuell ein Bild des Baums vom aktuellen Zustand beilegen, und uns kurz schildern, was Sie über den Baum wissen (Sorte, Herkunft, Qualität, Geschichte, Ihre Adresse, allenfalls Telefonnummer). Wenn Sie etwas, z.B. die Sorte nicht wissen, kein Problem, schreiben Sie einfach alles auf, was Sie wissen.

Unser Ziel: Wir möchten tolerante Pfirsichbäume finden (alte Sorten, neue Sorten, Zufallssämlinge, Sämlinge von Weinbergpfirsichen), die in unsrem Klima gegenüber Kräuselkrankheit und andere Krankheiten besonders resistent sind! Natürlich importieren wir auch aus anderen Weltgegenden neue Sorten, um sie zu testen, aber eigentlich ist es am besten, wenn wir Sorten finden, die sich jetzt schon in unserem nordeuropäischen Klima tolerant zeigen.

Gerne würden wir dann im August die von Ihnen gemeldeten und für uns interessant erscheinenden toleranten Pfirsiche/Nektarinen, allenfalls auch Mandelbäume sammeln, bei uns veredeln und dann testen und für die weitere Züchtung benutzen. Dazu senden wir Ihnen im August eine Anleitung zum Reiser schneiden, dazu bereits frankiertes Verpackungsmaterial und selbstverständlich auch einen 25 €/CHF Gutschein für unseren Shop.

Wir freuen uns auf Ihre zahlreichen Einsendungen, und natürlich vor allem auf die Entdeckung von mehr toleranten, eventuell auch alten Pfirsichsorten!

Hinweisen möchte ich auch auf diesen Artikel des Lubera Gründers und Geschäftsführers: Was kann man gegen die Kräuselkrankheit tun?

Hier wird erstmal erklärt, wie die Kräuselkrankheit beim Pfirsich funktioniert und warum der Kampf dagegen so mühsam (bis aussichtslos) ist.

Wie ihr eine Brennesseljauche oder -brühe ansetzt und verwendet

Die Große Brennessel (Urtica dioica) ist eine wahre Wunderpflanze. Obwohl sie bei uns auf der Nordhalbkugel überall vorkommt, lohnt es sich für Gärtner, diesem „Unkraut“ einen kleinen Platz im Garten zu reservieren. Da sie bei günstigen Bedingungen (feuchter und stickstoffhaltiger Boden) schnell große Horste bilden kann, ist der Anbau wenig problematisch.

Neben der Verwendung als nährstoffreiches Wildkraut in der Küche ist für uns natürlich ihre Wirkung in der Schädlingsbekämpfung und Pflanzenstärkung interessant.
Hier muss man unterscheiden zwischen den Brühen, die meistens direkt gegen Schädlinge wie Blattläuse eingesetzt werden und den Jauchen, die als Flüssigdünger verabreicht die Pflanzen stärken und weniger anfällig für Schädlingsbefall machen sollen.

Eins sage ich euch vorweg: wenn ihr Jauchen ansetzen wollt, braucht ihr Geruchsnerven aus Stahl und äußerst nachsichtige Gartennachbarn (je nachdem, wo ihr die Jauchen ansetzt und wie groß euer Grundstück ist). Das wird eine Geruchserfahrung erster Kajüte werden.

Sammelt also Brennesseln (Handschuhe sind unabänderlich), noch bevor sie Blüten ansetzen. Wenn möglich, nehmt Exemplare der Großen Brennessel, weil ihr da weniger Pflanzen braucht, um auf die Menge zu kommen, die wir brauchen. Erntet nicht einfach alles ab. Lasst immer ein paar Exemplare stehen.
Ihr benötigt etwa ein Kilogramm Grünmasse. Die zerhackt ihr später, schneidet sie klein oder zerstampft sie etwas – dann geht das mit der Brühen- oder Jauchenproduktion schneller. Auf ein Kilogramm frischer Brennnessel kommen 10 Liter Wasser. In einem großen Gefäß angesetzt, Deckel oder andere Abdeckung drauf (eure Nase wirds euch danken), muss der Ansatz entweder 48 Stunden (für eine Brühe zum Spritzen gegen Schädlinge) oder etwa 10 Tage lang ziehen. Wenn die Geruchsbelästigung, die etwa nach 3 Tagen einsetzt, zu groß wird, streut ein wenig Urgesteinsmehl drauf. Das mindert den Gestank etwas.

Die Brühe füllt ihr unverdünnt in eine Spritzflasche oder Sprühgefäß und bespritzt damit die von den Schädlingen befallenen Pflanzenteile. In der Brühe sind noch die Wirkstoffe des Nesselgiftes der Brennnessel enthalten, was den Blattläusen nicht schmeckt.
Bei der Jauche sieht das anders aus. Dass die fertig ist, erkennt ihr daran, dass das Gebräu nicht mehr schäumt und gärt sondern ruhig und trüb geworden ist. Siebt alles ab (die Pflanzenteil haben sich mittlerweile zu einem Brei aufgelöst) und verdünnt es mindestens 1:10, wenn nicht sogar 1:20. Die Jauche ist angereichert mit Stickstoff und Kieselsäure, was einerseits Pflanzennahrung und andererseits Stärkungsmittel ist. Damit einmal wöchentlich im Wurzelbereich gießen. Eure Pflanzen werden kräftig und stark und gesunde Pflanzen werden weniger von Schädlingen befallen oder Krankheiten geplagt bzw. können das besser überstehen.

Mal ein generelles Wort zur Schädlingsbekämpfung, Krankheiten und Düngung: Der wichtigsten Aspekt ist die Pflanzengesundheit selbst. Kräftige und gesunde Pflanzen, die auf dem optimalen Boden und im für sie angepassten Klima wachsen, haben deutlich weniger mit Krankheiten und Schädlingen zu kämpfen. Bevor man also das Pferd von hinten aufzäumt und schon im Vorfeld alles an Präparaten und Mitteln zusammenkauft, sollte man dafür sorgen, gesunde Pflanzen anzubauen.

Meerrettich gegen Monilia bei Obstbäumen

Also diesen Gartentip habe ich aus einem Buch, das ich gerade für euch rezensiere und selbst die Buchautoren geben nach eigenem Bekunden nur Hören-Sagen wieder.

In feuchten Sommern werden viele Obstbäume wie Kirschen oder Pflaumen (sehe ich gerade aktuell) von der Pilzerkrankung Monilia geplagt. Angeblich kann man durch Unterpflanzung mit Meerrettich dagegen ankämpfen und die Monilia zurückdrängen. Besonders gut soll das bei Kirschen funktionieren.

Gut, Meerrettich enthält an sich schon gesundheitsfördernde Stoffe (sollte also in der Küche generell Verwendung finden) und die Öle und Schwefelverbindungen werden von Pilzen und Keimen nicht gemocht – aber ob das ausreicht, um benachbarte Bäume vor Pilzerkrankungen zu schützen?! Ein anderer Aspekt ist die unbändige Wuchskraft des Meerrettich. Hat er einmal im Garten Fuß gefasst, wird man ihn schwer wieder los; zumal unter Bäumen eine Wurzelsperre wohl nur schwerlich realisiert werden kann. Ich wäre in diesem Fall vielleicht sogar dafür, mit der Fruchtfäule zu leben (auch wenn mich das wieder einiges an Ernte kostet) und eventuell etwas unreif zu ernten.

Wermut unter Johannisbeeren schützt vor Säulchenrost

Wermut unter Johannisbeeren gepflanzt soll diese vor Säulchenrost schützen.

Säulchen- oder Säulenrost (Cronartium ribicola) ist eine Pilzerkrankung, die vornehmlich bei Johannisbeeren und Stachelbeeren auftritt. Erkrankte Blätter fallen vorzeitig ab und die Pflanze verkümmert. Da Säulchenrost auf Zwischenwirten wie der Weymouthskiefer überwintert, sollte man alle 5-nadeligen Kiefernarten aus der Nähe verbannen.
Im Frühjahr kann das Gießen mit stärkenden Pflanzenbrühen oder -extrakten wie Schachtelhalm zusätzlich helfen.