Umwelt- und Naturbewusstsein bei jungen Menschen sinkt

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes ist es um das Umwelt- und Naturbewusstsein junger Menschen (14 – 25 Jahre) im Absinken begriffen.

Zusammengefasst kann man formulieren, dass es nur noch für eine Minderheit der Menschen in besagter Altersgruppe erstrebenswert ist, in einer intakten Natur und Umwelt zu leben.

Konsumverhalten auf Kosten der Umwelt? Gerne!

Für junge Menschen heutzutage ist es laut der Studie nicht mehr so wichtig, wenn das eigene Konsumverhalten zulasten der Umwelt geht. Oder anders gesagt: Auswirkungen auf die Umwelt sind keine große Motivation mehr, um über das Konsumverhalten nachzudenken. Auch wenn sich einige Punkte (was den Konsum ausmacht) in ihrer  Wertigkeit wohl verändern (die Diskussion um die Bedeutung des Autos aus der Studie möchte ich hier nicht aufgreifen oder fortführen), ändert das nicht viel an der Einstellung, ja Hingabe zum Konsum. Die Generation Smartphone liebt den Konsum und akzeptiert ihn als Gottgegeben. Eine mögliche Reflexion tritt erst dann auf, wenn man selbst betroffen ist (sei es durch Verlust des Arbeitsplatzes, weil irgendwo immer jemand billiger produziert oder ganz direkt durch Zersiedelung der Landschaft bzw. Umweltkatastrophen).

Auch wenn es erschreckend klingt, dass die belebte Natur an sich für die befragte Gruppe so gut wie keine Rolle im „guten Leben“ spielt, kommt das nicht aus heiterem Himmel. Diese Jugend haben wir uns mit Erfolg selbst herangezogen. Jahrelang eingetrichert, dass „Vorfahrt für Arbeit“ und „Wir dürfen die Märkte nicht beunruhigen“ die Phrasen sind, nach denen man sich zuallererst zu richten habe. Es müsse alles nur ständig wachsen (natürlich durch Konsum), dann kommt der Rest von allein. Wenn VW bei den Abgaswerten manipuliert ist das zwar nicht schön, aber was will man machen – es hängen ja Arbeitsplätze dran … Das Ausspielen von materieller Sicherheit und der Umwelt hat eine lange Tradition.
Die jungen Leute von heute haben dieses Denken sehr gut verinnerlicht und geschmeidiger übernommen, als man es für möglich gehalten hätte. Jetzt den großen Aufschrei loszulassen offenbart eine ausgeprägte Doppelmoral bei den Lehrern.

Ich sage nicht, dass jeder Gärtner sein muss (um mal auf das Grundthema dieser Webseite zu kommen), um als Umweltbewusster durchzugehen. Es gibt wahrscheinlich ebenso viele Gründe, einen Kleingarten zu bewirtschaften, wie es Kleingärtner gibt – aber der zu beobachtende Gegensatz im Tun (Gärtnern) und der Einstellung zum Hamsterrad dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist schon erstaunlich. Wie oft bekomme ich zu hören: Was mühst Du Dich ab mit selbst angesetzten Jauchen und Brühen, im Gartencenter gibt’s doch Spezialdünger und Roundup … Wenn ich mit zugegeben großem Aufwand Marmelade koche, wird mir subtil angedeutet, dass es die im Supermarkt für 1,99 € zu kaufen gibt.

Den Bericht des Umweltbundesamtes zur Studie könnt ihr auch in Gänze durchlesen. Ich frage mich zwar, warum das „gedruckte“ Ergebnis einer Befragung aus 2014 erst jetzt vorliegt, aber irgendwie passt das auch gut in unser Klima der Verdrängung von Realitäten.

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