Wie funktioniert Schneckenkorn und wie wendet man es an?

Wenn ihr euch mal gefragt habt, was Schneckenkorn bewirkt und wie es funktioniert – gebe ich euch hier eine kurze Erklärung.

Welcher Gärtner kennt sie nicht – Schnecken, die gefräßigen Weichtiere?

Ihr unbändiger Hunger auf knackigen Salat, süße Früchte, zarte grüne Blätter und Stengel macht sie zu den gefürchtetsten Schädlingen im Garten. Vor allem, wenn sie in Massen auftreten. Am schlimmsten wüten die Nacktschnecken, zu denen die Große Wegschnecke, die Spanische Wegschnecke und die Genetzten Ackerschnecken zählen. Tage-, ja wochenlang sind sie nicht zu sehen; aber regnet es einmal ausgiebig, kommt unter jedem Stein eine Schnecke hervorgekrochen. So schnell kann kein Gärtner reagieren. Man müsste rund um die Uhrvor Ort sein, um alle Exemplare abzusammeln.
Es gibt zwar Methoden, um die Tiere abzuwehren, aber die sind entweder kostspielig (Schneckenzäune, Schneckenkragen) oder nur bedingt wirksam (Nadelstreu, Bierfallen).

Schneckenkorn ist ein Mittel, das definitiv wirkt und bei richtiger Dosierung auch nicht so teuer ist.

Allerdings muss man es richtig anwenden, damit sich eine Wirkung einstellt. Und hier spielen vor allem das Verständnis über die Wirkungsweise und das richtige Timing eine entscheidende Rolle.

Was ist Schneckenkorn?

Was umgangssprachlich als Schneckenkorn bezeichnet wird, ist meistens Eisen(III)-Phosphat.
Das ist eine chemische Verbindung in Körnchenform, die den Schnecken zwar mundet, ihnen aber nicht bekommt. Sie sterben schlicht und einfach daran. Es gibt auch Schneckenkorn als Kontaktgift, aber die meisten Mittel müssen von den Schnecken gefressen werden.

Was passiert da genau?

Der Reihe nach:

  1. Die Schnecke frisst das Schneckenkorn
  2. Die Schnecke verliert den Appetit
  3. Die Schnecke zieht sich in Löcher, Hohlräume oder sonstige Verstecke zurück
  4. Die Schnecke stirbt

Aus Punkt 1 ergibt sich, dass man das Schneckenkorn zwischen die Schnecke und den zu schützenden Pflanzen ausbringen muss, damit die Tiere nicht in Versuchung kommen, zuerst von den Pflänzchen zu naschen. Allerdings wirkt das Mittel nicht sofort, weshalb man es schon ausbringen muss, bevor die Saat aufgeht bzw. die Pflanzen in den Boden kommen. Man sagt so 2 Wochen vorher. Wenn ihr erst streut, wen bereits Schnecken zu sehen sind oder die Pflanzen aus dem Boden schauen, kann die zeitliche Verzögerung der Wirkung ausreichend sein, dass die Schnecken dennoch alles abfressen.
Punkt 3 ist dafür verantwortlich, dass man bei Anwendung von Schneckenkorn keine Schnecken (mehr) sieht. Das heißt aber nicht, dass keine Schnecken da sind. Das ist insofern auch wichtig, weil Schnecken kannibalistisch veranlagt sind und in der Gegend herumliegende Schneckenkadaver wiederum andere Schnecken anziehen würden. Es gibt Schneckenbekämpfungsmittel, die die Tiere sofort töten, was es unabänderlich macht, diese sofort zu entfernen. Haustiere, Igel, Enten, Vögel etc. könnten die giftigen Kadaver sonst fressen.
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Da Schneckenkorn eine ganze Weile auf dem Beet herumliegen muss, bis sich ein Weichtier darüber hermacht, muss es auch regenfest sein; darf sich also nicht beim ersten kleinen Schauer auflösen.

Nachteile von Schneckenkorn

Um es klarzustellen: es zählt zu den chemischen Bekämpfungsmitteln und ist ein Gift. Jeder muss mit sich selbst ausmachen, inwieweit er Chemie in seinem Garten einsetzen will. Schnecken sind nun mal auch Lebewesen und erfüllen primär eine wichtige Funktion in der Natur. Wer mit dem Gedanken nicht umgehen kann, Tiere mit Chemie zu töten, muss auf Schneckenkorn verzichten. Auf die potentielle Gefährdung weiterer Tierarten habe ich weiter oben schon hingewiesen. Das ist auch von der Wirkungsweise des Giftes abhängig.
Schneckenkorn in welcher Form auch immer unterscheidet nicht zwischen „guter“ und „böser“ Schnecke. Es sterben alle Weichtiere, die davon fressen, also auch die schönen und meiner Meinung nach harmlosen Gehäuseschnecken wie z.B. die unter Naturschutz stehende Große Weinbergschnecke oder auch Verbündete wie der Tigerschnegel.

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