Märzwinter – Wie kann man Pflanzen vor der Kälte schützen?

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Nun hat er uns erwischt – der sogenannte Märzwinter. In wenigen Tagen ist Frühlingsbeginn und derzeit schneit es leicht. Auch die Temperaturen sollen wieder frostiger werden und in den Bergen bis -10 Grad Celsius erreichen. Und das, wo wir schon trügerische Wärmeperioden hatten. Nun kann ich mich an Jahre erinnern, in denen wir Ostern im Schnee verbracht haben und nur weil im Kalender etwas von Frühlingsanfang vermerkt ist, muss sich das Wetter nicht sklavisch dran halten. Auch die Luschen-Winter der letzten Jahre und der unaufhaltsame Klimawandel bedeuten nicht automatisch, dass solche Wetterereignisse nie mehr auftreten. Mit so etwas sollte man immer rechnen und sich darauf einstellen.

Aber was bedeutet die Kälte für die Pflanzen im Garten?

Was kann man für die Pflanzen tun, um sie vor der Kälte des Märzwinters zu schützen?

Erst einmal ist es positiv, dass dieser Wintereinbruch bereits zu diesem „frühen“ Zeitpunkt erfolgt. Nicht auszudenken, welcher Schaden hätte entstehen können, wenn der Frost auf frühblühende Obstgehölze getroffen wäre. Abgesehen von einigen Gebieten in Südwestdeutschland wie Oberrheingraben, Breisgau, Mosel und Co. dürfte das in großen Teilen Deutschlands noch nicht der Fall sein. Früher hat man im Obstbau die Blütenknospen mit einem zarten Hauch von Wasserdampf umhüllt. Das Wasser gefror und schützte die eingeschlossenen Blütenknospen vor zu starkem Frost. Das funktioniert aber nur bei einem kurzzeitig auftretenden Frost, schließlich sind ja auch die bestäubenden Insekten betroffen. Ohne Insekten in der Blütephase keine Befruchtung und damit erheblicher Ernteausfall.

Frühblüher

Im Moment sind ja nur die ersten Frühblüher draußen und die sind robuster als man denkt. Schneeglöckchen tragen nicht umsonst den Wortstamm Schnee im Namen, die überstehen so einen Wintereinbruch allemal. Auch und vor allem Winterlinge zeigen sich gegenüber kurzzeitigen Kälteperioden sehr robust und widerstandsfähig. Bei Krokussen und Co. wird es sich zeigen. Wer schon Stiefmütterchen oder Hornveilchen rausgesetzt hat (Gartencenter und Baumärkte sind ja teilweise wieder erreichbar): Bewährte Sorten können Kälte gut vertragen – bei den neuen Züchtungen mit riesigen Blüten und bunten Farben ist Vorsicht angesagt.

Wenn sich schon frische Triebe von Tulpen und Iris zeigen, bin ich zwiegespalten: lasse ich es drauf ankommen oder decke ich die Triebspitzen ab bzw. packe sie warm ein?

Rosen

Rosen sind bei mir generell bis in den April mit Tannenreisig abgedeckt oder angehäufelt. Ich entferne das Tannenreisig recht spät im Frühjahr. Eigentlich immer erst, wenn ich sie schneide (Rosen während Forsythienblüte schneiden). Wer also den Frostschutz bei Rosen entfernt hat, sollte ihn schnell wiederherstellen. Empfindliche Sorten können ganz schnell mal erfrieren.

Salat und Co. in Freilandkultur

Eine frühe Freilandkultur ist nie so meine Sache gewesen. Salate, Kohlrabi, Spinat etc. – da lautet mein Motto: pflanzen statt säen. Es gibt so viele Gärtnereien, die die Pflänzlinge perfekt vorziehen und dabei abhärten. Da mache ich es mir einfach und lege für pflanzbereite Setzlinge etwas mehr Geld auf den Tisch.
Wer nun aber nicht warten kann und will (wir kennen das, sobald der Winter schwächelt juckt es uns doch in den Fingern), hat die Vorkultur hoffentlich ins Frühbeet oder noch besser Mistbeet platziert. Frischer Pferdemist ist eine gut funktionierende Wärmepackung, darf aber eben nicht an die Pflanzen selbst gelangen.

Topf- und Kübelpflanzen

Für überwinternde Kübelpflanzen war es jetzt ohnehin noch nicht an der Zeit, aus ihrem Winterquartier ins Freie zu ziehen. Also husch husch, wieder zurück an ihren Platz.

Und die Tiere?

Nicht nur die Pflanzen in Haus und Garten sind von der unerwarteten Kälte betroffen. Da gibt es auch noch die Tierwelt, ohne die man keinen Garten denken kann. Ich habe mal den Tipp gegeben, den Garten nicht besenrein und aufgeräumt in den Winter zu entlassen. Kleinstlebewesen und Insekten nehmen Laubhaufen, Totholzhaufen und auch stehengelassene verblühte Triebe dankbar an. Diese Jahr gebe ich zu, habe ich mich von den Wärmeperioden verleiten lassen und das Laub auf den Beeten entfernt und die abgeblühten Stengel von Sedum oder Astern entfernt. Zu früh.

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