Nun ist der November da und allerorten hört und liest man vom Saisonende. Viele Gartenfreunde verstauen alle Gerätschaften, stellen Wasser und Strom ab und schließen die Gartentüre hinter sich zu (und werden erst im Mai wieder gesehen). Meiner Meinung nach hört der Garten hier nicht einfach auf, es wandelt sich nur und findet auf einer anderen Ebene statt. es gibt klassische Winterblüher und Wintergemüse und eine Glühweinparty im Garten ist ein tolles Erlebnis. Dennoch gibt es klassische Gartenarbeiten, die man im November erledigt.

Jetzt müssen sich auch die Letzten beeilen, um die Dahlien-, Begonien- oder Gladiolen-Knollen aus dem Boden zu bekommen und für die Überwinterung vorzubereiten. Die erste Fröste waren schon da. Dazu gehört, die Erde von den Knollen zu entfernen und die Knollen abtrocknen zu lassen. Noch vorhandenes Grün wird über der Knolle abgeschnitten. Der beste Lagerort für die Knollen bzw. Blumenzwiebeln ist ein dunkler aber relativ trockener Keller mit niedriger Temperatur ohne große Schwankungen. Eine Kiste mit Zeitungspapier ausschlagen (oder Sand füllen) und die trockenen Knollen darauf ausbreiten. Holzwolle würde auch gehen.

Umgraben

Ja, am Thema Umgraben können sich Religionskriege entzünden (gegen die der 30jährige Krieg ein Kaffeekränzchen war). Bei meinem schweren Boden und der Schneckenplage habe ich mich für das Umgraben entschieden. Punkt.

Wohin mit dem Laub?

Jedes Jahr im Herbst dieselbe Frage: wohin nur mit dem Laub?
Erstens kann man es prima kompostieren (aber abwechselnd mit anderem Material schichten, sonst fault es nur). Zweitens kann man es auf die Beete ausbringen, wo es als Frostschutz für die Bodenkrume dient und nach Verrottung einen Kompostdünger bildet. Außerdem sollen Igel und andere Tiere Laubhaufen für die Überwinterung bevorzugen.
Allerdings eignet sich nicht jedes Laub. Blätter von kranken Bäumen (Pilz-, Virus- oder Schädlingsbefall) müssen entsorgt werden, sonst verteilt ihr die Krankheitserreger im ganzen Garten. Auch das Laub von Rasenflächen muss regelmäßig entfernt werden, sonst bekommt der Rasen kahle Stellen oder es begünstigt Fäulnis. Noch ein Grund mehr, sich gegen einen Einheits-Zierrasen zu entscheiden.

Sind meine Pflanzen frosthart bzw. winterhart?

Wer wärmeliebende oder frostgefährdete Pflanzen in seinem Garten haben will, muss eben auch dafür sorgen, dass diese wohlbehalten über den Winter kommen. Frosthart/winterhart ist so ein Label beim Pflanzenkauf, das erst einmal nicht viel besagt. Es gibt Züchtungen, die extra auf bestimmte Klimaregionen ausgerichtet sind. Lasst euch in einer richtigen Gärtnerei oder von einer Fachkraft im Gartenmarkt beraten, worauf da zu achten ist.
Bei Arten, von denen ihr wisst, dass sie einen Frostschutz brauchen, könnt ihr jetzt aktiv werden. Rosen werden bis maximal auf ein Drittel der Trieblängen rückgekürzt und an der Veredelungsstelle mit Erde großzügig angehäufelt. Eine zusätzliche Abdeckung mit Tannenreisig kann auch nicht schaden. Hochstammrosen werden mit entsprechenden Materialien eingewickelt (Jute- oder Papiersäcke). Wichtig ist, die Veredelungsstelle und die Triebe vor zu strengem Frost, Wind und Sonne (ja, Sonne) zu schützen. Viele Pflanzen erfrieren nicht im Winter, sie verdursten. Vor allem bei immergrünen Vertretern ist diese Gefahr gegeben.
Von Blumenzwiebeln wie den Dahlien hatten wir es weiter oben schon.
Kübelpflanzen, vor allem Zitrus- oder generell mediterrane Gewächse, sind stärker frostgefährdet als Pflanzen im Erdboden. So ein Kübel friert schneller durch als dass der Frost in den Erdboden eindringt. Entweder umwickelt man die Kübel mit isolierenden Materialien oder lagert sie besser in ein zumindest frostsicheres Gebäude ein. Früher gab es dafür die Orangerien. Heute sind es Treppenhäuser, „Blumenzimmer“ oder Wintergärten. Es gibt auch Gärtnereien, die so einen Überwinterungsservice anbieten. Das ist wirklich praktisch. Einfach mal nachfragen.

Weg mit dem Wasser

Wenn ihr noch Regentonnen (aus Kunststoff) oder andere Behältnisse herumstehen habt, die mit Wasser gefüllt sind – entleeren und entweder umdrehen oder verschließen. So viele Tips es auch gegen Frostgefahr geben mag, sobald es einmal richtig streng friert, sind die Dinger gesprengt. Eis ist so kraftvoll, davon bekommt ihr erst eine Vorstellung, wenn es sein zerstörerisches Werk getan hat.
Auch die Wasserleitungen solltet ihr entleeren und die Ventile aufdrehen. Die meisten Leitungen oder Rohre sind nicht tief genug verlegt, sodass der Frost immer angreifen kann.

Gartenmöbel einlagern

Ich mag es zwar, auch im Winter draußen zu sitzen und den Garten zu beobachten. Mit einer Tasse heißen Kaffee in der Hand auf der Bank sitzen und in die Wintersonne blinzeln – das ist beruhigend und schön. Allerdings ist das von einer klassischen Kaffeetafel im Hochsommer weit entfernt. Tisch und Stühle braucht es da nicht mehr. Und weil ich Plastik im Garten nicht so mag und die Gartenmöbel aus Holz sind, müssen sie in der kalten und nassen Jahreszeit eben in die Hütte ziehen. Soweit möglich, alles nochmal säubern, abtrocknen lassen und dann werden Tische und Stühle verstaut.

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