Garten-Projekte für Selbermacher von Folko Kullmann aus dem blv Verlag

Rezension zu: Garten-Projekte für Selbermacher

Im BLV Verlag ist 2015 ein kleines, aber interessantes Gartenbuch erschienen: Es trägt den schönen Titel: Garten-Projekte für Selbermacher. Die Zielgruppe sind Hobbygärtner mit Handwerkerqualitäten, die auf Selbstgemachtes stehen.
Dann schauen wir mal rein, was es zu bieten hat.

Buchdetails

  • Titel: Garten-Projekte für Selbermacher
  • Autor: Folko Kullmann
  • Jahr: 2015
  • Verlag: BLV Buchverlag GmbH & Co. KG
  • Seiten: 127
  • Preis: 14,99 €
  • ISBN: 978-3-8354-1353-5

Wer einen kleinen Garten sein Eigen nennt kennt das: Alles was der Garten so benötigt, wird vom Handel oftmals teuer angeboten. Dazu sind die Produkte häufig überdimensioniert und eher ein nice-to-have statt must-have.
Genau hier setzt dieses Buch an. Es versucht den Kleingartenbesitzer mit dem Hobbyhandwerker zu vereinen. Das ist meiner Ansicht nach zumindese teilweise  gelungen. Ich erkläre auch warum.

Wenn mehrere dieser Eigenschaften auf euch zutreffen, könnte das Buch wie für euch gemacht sein:

  • Geld ist knapp oder man ist sparsam (bis auf wenige Ausnahmen soll kein Projekt über 50 € kosten)
  • Unterstützung der Recycling-Idee
  • Hang zur Kreativität
  • Hobbyhandwerker
  • Hand zur Individualität

Aufbau und Inhalt

  1. Kleine Bauprojekte für den Garten – Hier geht es um Materialbeschaffung, welche Werkzeuge und Geräte man benötigt und Sicherheit beim Handwerken.
  2. Nützliche Ordnungshelfer
  3. Alles rund um die Pflanzen
  4. Gärtnern in der Vertikalen
  5. Wochenend-Projekte XXL – Alles was sich nicht an einem Tag realisieren lässt. Zum Beispiel Trockenmauern, Kräuterbeete aus Stein, Trittplatten.
  6. Anhang – Bezugsquellen für Pflanzen und Lesetips
Garten-Projekte für Selbermacher von Folko Kullmann aus dem blv Verlag
Garten-Projekte für Selbermacher

Ich bin mit dem Buch nicht rundum zufrieden. Mir kommt es so vor, als wären viele Projekte nicht richtig durchdacht oder es fehlt ein Langzeittest, wie sich vieles bewährt (oder auch nicht). Zum Beispiel diese Salatfarm in der Regenrinne (da wird ein langes, ungenutztes Regenrinnensegment mit Erde befüllt und mit Salat bepflanzt): Das mag ja eine reizende Idee sein, aber wo bringe ich dieses Ungetüm in meinem 250 m2 Garten unter? Der Autor empfiehlt an einen Zaun oder eine Hauswand. Das fällt bei mir und vielen anderen Gartenbetreibern wegen Platzmangels aus. Dann darf die Rinne aber auch nicht zu hoch hängen oder schwer erreichbar sein, weil sich durch das bisschen Erde der Gießrhythmus deutlich erhöht.  Auch die Idee mit den Plasteeimerchen als Aufbewahrungsort für Werkzeuge wie Zangen, Schraubendreher und Co. sieht nett aus – in der Praxis wird man aber schnell wieder davon abkommen.

Mir fehlen teilweise auch einfach die Projekte, die im Garten sinnvoll sind. Es werden Bauanleitungen für Minisetzkästen oder selbstgemachter Trittplatten vorgestellt, aber wie wäre es mit einem eigenen System zur (Tröpfchen-)Bewässerung oder der Errichtung einer Kompost- bzw. Bokashibbox gelesen. Wie schütze ich meine Erdmiete / meine Wurzelpflanzen vor Nagetieren, wie baue ich Lagerregale für Obst oder einen Warmwasserbereiter? Wahrscheinlich bin ich da mit zu großen Erwartungen herangegangen. Bei allem was die Projekte rund um Gartenpflanzen (Beeteinfassungen, Hochbeet usw.) betrifft: es muss alles größer ausfallen. Nicht jeder baut nur Kräuter oder Salate an. Pflanze ich Kürbisse oder Wirsingkohl ist beispielsweise das vorgestellte Hochbeet mit nur einer Pflanze ausgefüllt.

Vor allem bei gebauten Objekten, die das ganze Jahr über dem Wetter oder der Feuchte des Erdbodens ausgesetzt sind, wird sich schnell Ernüchterung breitmachen. Man braucht das richtige Holz und den richtigen Anstrich (und weil Kontakt mit Erdboden: ohne belastende Stoffe), sonst wirkt nach 2 Jahren die Paletten-Kräuterwand einfach unansehnlich oder ist im schlimmsten Falle zu entsorgen (wie ich das bei den Beeteinfassungen vermute).

Versteht das nicht falsch – ich ziehe viele gute Anregungen aus dem Buch und nehme mir einiges zum Nachbauen vor. Aber anders als ein Anfänger oder Neuling weiß ich aus Erfahrung, was ich wo abwandeln muss, um ein möglichst brauchbares Ergebnis zu erzielen. Dabei ist das etwas schade, denn pädagogisch ist Kullmann sehr gut aufgestellt. Alles wird verständlich beschrieben und man erhält eine genaue Auflistung der Dinge, die man benötigt. Die Photos illustrieren den Ablauf oder das Ergebnis hervorragend und das schnörkellose Layout des Buches sorgt für Übersichtlichkeit. So muss es bei einer DIY – Publikation eigentlich sein.

Fazit

Das ist ein toll geschriebenes und illustriertes Buch, das sich an Anfänger richtet, die mit etwas handwerklichem Geschick ihren Kleingarten um ein, zwei Projekte bereichern wollen. Mit der Projektauswahl kann man einverstanden sein, muss man aber nicht. Hier hätte ich eher den großen Wurf gewagt und mehr aufgenommen. Somit bleibt es aber bei einer übersichtlichen Veröffentlichung, die bei einem Preis von 14,99 € etwas zu teuer ausfällt, sich aber als Geschenk für einen Selbermacher im Garten hervorragend eignet.

Das Buch ist bei Amazon zu bekommen. Einfach dem Link folgen:


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