Wenn der Frost beisst …

Nun hat es uns doch überraschend und auch etwas unvorbereitet getroffen. Der Frost schlug zu.

Nach diesem „Jahrhundertsommer“ (eigentlich hasse ich diesen inflationären Gebrauch von Superlativen) hatten wir doch alle gedacht, es geht bis Weihnachten mit 18 Grad und Sonnenschein weiter und danach kommt der nächste Frühling.
Auch wenn Nachtfröste zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches sind, solche bis weit in den Tag gehenden Frostlagen Mitte November deuten auf einen eher milden Winter hin, aber ich will nicht unken.

Jedenfalls war es auf einmal mächtig frostig geworden und hat den Gärtner kalt erwischt (harhar).
Tisch und Stühle standen noch draußen, die Regenwasser-Auffangbehältnisse noch gefüllt und an Ort und Stelle, Rot- und Wirsingkohl auf den Beeten und die Vogelfütterung hatte ich auch noch nicht in Angriff genommen.
Also schnell das Nötigste erledigt, Meisenknödel in die Bäume gehangen, Tisch und Stühle trockengewischt und eingelagert, Rotkohl vom Beet geholt und Regentonnen ausgeleert. Ich hatte zwar mal gelesen, dass es für Kunststoff-Regentonnen kein Probleme darstellt, gefüllt zu überwintern, solange sie nach oben breit auslaufen – aber nachdem es mir im letzten Winter genau so eine Tonne gesprengt hat, gehe ich auf Nummer sicher.
Solange die Sonne schien, war es perfektes Arbeitswetter. Aber nachdem Bewölkung aufzog, „bießte“ datt. Ihr kennt das sicher. Diese Art von Kälte, die einem selbst unter den Pullover kriecht und auf der Haut beißt. Also schnell noch ein paar Blätter zusammen gekehrt und dann Abmarsch ins Warme.

Aber vorher noch ein paar Eindrücke mitnehmen. Vom Raureif verzuckerte Rosenblüten oder ganze Ringelblumen, die wie erstarrt zusammengesunken sind. Das Sonnenlicht, das sich in den Glasscheiben von Eis bricht. Die irgendwie zufrieden wirkenden Vögel, die nun „endlich“ und überhaupt zu ihrem Futter kommen.

Der Großteil der gärtnerischen Arbeiten ist damit abgeschlossen, ob man nun fertig geworden ist oder nicht. Wenn wieder eine wärmere Periode kommt (und das wird sie sicherlich), werde ich noch die letzten Beete umgraben, mich in die vielleicht vorhandene Wintersonne setzen und alles in Ruhe betrachten.