Äpfel vor mobiler Mosterei

Was ist Lohnmosten?

Da solche Fragen gerade aktuell sind, schreibe ich mal was dazu.

Das Mosten oder Entsaften von Äpfeln

Früher war es einfach. Hatte man eine ansehnliche Apfelernte (wir betrachten jetzt nur einmal dieses Obst), dann brachte man die zu den Annahmestellen einer Mosterei und bekam Geld dafür. Wahlweise auch eine Gutschrift über ein Äquivalent an Apfelsaft, wenn es sich um eine Mosterei mit eigener Safterzeugung und -verkauf handelte. Es ist natürlich klar, dass es sich dabei um den Saft anderer Leute Äpfel handeln muss, der bereits zum Verkauf steht.
Eigentlich eine recht praktische Sache. In einem Fall nimmt man nur das Geld mit nach Hause, im anderen Fall die fertig abgefüllten Flaschen oder Tetra-Paks und irgendjemand anderes wird später in den Genuß der eigenen Äpfel kommen.

Und was ist jetzt Lohnmosten?

Das Mosten funktioniert hier natürlich genauso. Man bringt seine Äpfel zur Mosterei (auf dem dünnbesidelten Land oder in Ausnahmefällen wie zum Beispiel besonders großer Mengen auch vor Ort) und lässt diese an Ort und Stelle entsaften und abfüllen. Man erhält also den Saft aus eigenen Äpfeln und zahlt nur den Arbeitseinsatz plus Strom-, Diesel- und Wasserverbrauch der Mosterei. Die Einnahme des Anbieters besteht hier aus der Lohn für die Tätigkeit des Mostens, deshalb Lohnmosten.

Das ist gefühlt immer etwas teurer, weil die Mosterei hier mehr Zeit und Ressourcen aufwenden muss (vor allem, wenn es sich um eine mobile Mosterei handelt). Auch sind die Mengen der Interessenten höchst unterschiedlich. Einer bringt einen Korb voller Äpfel, der andere 20 Obstkisten voll. Das bremst den Arbeitsfluss spürbar aus.
Dafür gibt es dann den Saft aus eigenen Äpfeln und das beruhigende Gefühl zu wissen, was man da trinkt (schonendes Entsaften, keine Zusätze von Chemie oder Zucker).

Die verschiedenen Arten des Mostens haben alle ihre Vor- und Nachteile, aber mit dem Wiedererstarken des Kleingärtnerns, der Slowfood Bewegung, der Rückbesinnung auf regional erzeugte Produkte usw. ist es heute nicht mehr so schwierig, einen Anbieter für das Lohnmosten zu finden.

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