Beerenernte im Sommer: Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren …

Es ist soweit, ich habe geerntet. Außer ein paar Nachzüglern ist von Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren fast nichts mehr da.

Johannisbeeren

Als Erstes kamen die Schwarzen Johannisbeeren dran. Hier war die Ausbeute am geringsten, weshalb ich bei denen begonnen habe. Die halbe Schüssel war schnell voll und ich konnte mich den roten und weißen Geschwisterbeeren widmen.

Himbeeren

Die Himbeeren reifen ja in sehr unterschiedlichen Phasen. Es beginnt mit einer kurzen Frühreifephase, bevor es sehr abrupte in die große Massenreife übergeht, die von einer relativ lang andauernden Nachreifephase abgeschlossen wird. Bis in den September (manchmal auch Oktober) rein kann man noch den ein oder anderen Beerennachzügler ernten.

Stachelbeeren

Bei den Stachelbeeren habe ich mit Hinnonmäki und Mucurines zwei Spätsorten, die immer erst im Juli (meistens Monatsmitte) vollreif sind. Vorher nehme ich sie nicht ab. Auch hier verbleibt so 1/4 oder 1/5 am Strauch, um entsprechend nachzureifen.

Beeren in der Küche

Ich kann euch auch gleich verraten, wie die ganzen Beeren bei mir verwendet werden.

Die schwarzen Johannisbeeren versafte ich ausnahmslos und verkoche alles zu einem leckeren Sirup. Viele Leute mögen den Geschmack nicht, weil die Schwarze Johannisbeere angeblich zu aufdringlich und unangenehm schmeckt. Das ist alles ein großer Blödsinn. Ihr müsst mal diesen Sirup in Sekt oder Mineralwasser probieren. Ein Gedicht!
Auch die anderen Johannisbeeren werden versaftet und zu feinem Gelee verarbeitet. Wenn die Ernte reichhaltig ausfällt, werden die Beeren auch für eine Rote Grütze oder einen Rumtopf hergenommen.

Himbeeren verfeinern viele Süßspeisen zusätzlich. Ob als Fruchtbeilage ins morgendliche Müsli, als Naschfrucht zwischendurch oder im Joghurt untergerührt, das süße und elegante Aroma macht überall eine gute Figur. In der Hauptreifephase werden sie bei mir hauptsächlich zu einer knallig roten Konfitüre eingekocht.

Ob ihr es glaubt oder nicht, aber ich könnte die ganzen Stachelbeeren so zwischendurch wegnaschen. Ich mag diese Mischung aus süßer Säure sehr, auch wenn man sich das durch die langen Dornen bei der Ernte hart erarbeiten muss. Vom Aroma her gefallen mir die Mucurines noch einen Ticken besser, der Geschmack ist etwas feiner, ausgewogener. Nichtsdestotrotz, beide Sorten werden zu einer köstlichen Stachelbeerkonfitüre verarbeitet – die dann an Liebhaber verschenkt wird (ja, ich war auch sehr überrascht).

Immer mal wieder Erdbeeren

Nebenher ernte ich auch immer nochmal eine Handvoll Erdbeeren, wobei vor allem die Mieze Schindler noch durchgehenden Ertrag liefert. Das lässt dann aber spürbar nach und sie beginnt verstärkt Ableger zu bilden. Ich habe selten eine Erdbeersorte gesehen, die so vermehrungsfreudig ist.

Mal was zum Experimentieren

Ich würde ja auch noch andere Beerensorten im Anbau testen, nur allein – es mangelt an Platz.
Es gibt da zum Beispiel die Sibirische Heckenkirsche (Heidelbeere, Honigbeere – die Pflanze hat viele Namen), die in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet vielfältig genutzt wird und einfach im Anbau sein soll. Auch Felsenbirnen sind so ein altes Obst, das meiner Meinung nach ein völlig unterbewertetes Dasein fristet.

 

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