Was ihr im Herbst im Garten tun solltet – Teil 1

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Anfang Oktober – der Herbst ist längst da. Noch hat die Sonne ausreichend Kraft, uns ein paar Stunden am Tag milde Temperaturen und etwas Sonnenschein zu schenken. Die Herbstblüher haben die Kontrolle auf den Blumenbeeten übernommen. Herbstastern, Fetthenne und Sonnenhüte bilden die letzten Bienenweiden.

Nichtsdestotrotz ist es an der Zeit, sich für den Saisonabschluss – sprich den Winter – zu rüsten.

Was kann man abgesehen von schönen Stunden genießen, noch im Herbstgarten erledigen?

Bäume, Sträucher und Stauden pflanzen bzw. teilen oder umsetzen

Die Anleitung für das Obstbaum pflanzen

Der Boden ist noch recht warm, eventuell auftretender Bodenfrost hat noch keine Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Wurzeln und Knollen unterhalb der Erdoberfläche. Unter diesen Bedingungen können neue Bäume oder auch Sträucher gepflanzt, Stauden geteilt oder Pflanzen umgesetzt werden.

Vor vielen Jahren – ich war noch ein unbedarfter Gärtner – wollte ich noch im November Johannisbeersträucher kaufen und einpflanzen. Naiv wie ich war, fragte ich in der Gärtnerei meines Vertrauens nach, ob es denn dafür nicht schon viel zu spät sei.
„Aber weshalb denn das? Es ist genau die richtige Zeit dafür!“ war die Antwort des Gärtnermeisters. Ich erkläre euch gern, warum er damit Recht hatte.

Eigentlich können Obstbäume und -sträucher zu jeder Jahreszeit gepflanzt werden, aber empfohlen wird der Herbst oder der ausgehende Winter. Warum ist das so?

Im Herbst ist der Boden meist noch warm genug, damit frisch gepflanzte Obstbäume sich noch ausreichend bewurzeln können. Wenn sie schon angewachsen sind, können sie im kommenden Frühjahr so richtig loslegen. Gleichzeitig stellt der Baum den Saftfluss ein. Es werden keine frischen Triebe mehr gebildet, die durch starke Fröste im Winter ohnehin kaputtgehen könnten.

Bäume oder Sträucher werden entweder in Containern oder als wurzelnackte Ware verkauft. Wurzelnackt ist preislich günstiger. Hier müssen aber oftmals die Wurzeln eingekürzt werden, was bei den Pflanzen im Container hingegen entfällt.

Heben Sie ein Pflanzloch aus, das mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen ist.
Mit einer Hacke lockern Sie den Boden des Pflanzlochs etwas auf. Bei wenig durchlässigem oder stark verdichteten Boden streuen Sie eine Schicht groben Kieses oder Blähtons ein. Das verbessert die Drainage.

Reißen Sie den Wurzelballen vor der Pflanzung immer auf. Bei einer Pflanzung Oktober bis März schütteln Sie ihn zusätzlich mindestens zur Hälfte aus. Das ermöglicht einen guten Bodenschluss. Auch sollten Sie die Blätter bei der Herbst-Winterpflanzung Oktober bis März am Bäumchen vollständig entfernen, sofern noch solche vorhanden sind.

Früher hat man die nackten Wurzeln noch in Lehmbrühe getaucht, aber ich kenne niemanden mehr, der das heute noch macht. Und ganz ganz früher, wurde ein Seefisch mit verbuddelt, der den Wurzeln den nötigen Phosphor und andere Spurenelemente lieferte.

Das Pflanzloch füllen Sie mit einer Mischung von zwei Dritteln Mutterboden plus einem Drittel gut durchgereiftem Gartenkompost. Wenn Sie jetzt den Wurzelballen einsetzen, darf die Wurzel des Mini-Apfelbaums nur ganz leicht tiefer stehen, als sie im Container bzw. Ballen war. Wenn die verdickte Veredelungsstelle unterhalb der Erdoberfläche liegt, korrigieren Sie die Höhe; es ist entscheidend, dass die Veredelungsstelle, die sie an der Verdickung erkennen, nicht mit Erde bedeckt ist. Wenn die Veredelungsstelle etwa 5-12 cm cm über dem Erdboden steht, haben Sie alles richtig gemacht. Nach und nach füllen Sie das Pflanzloch mit dem vorher hergestellten Kompost-Erde-Gemisch auf. Rütteln Sie zwischendurch den Wurzelballen immer mal wieder gut durch. Das verschließt vorhandene Hohlräume und verhindert, dass die Wurzeln förmlich in der Luft hängen. Abschließend die Erde gut festtreten, aber nicht stampfen. Reichliches Angießen unterstützt die Verschlämmung und dient der Beseitigung letzter Hohlräume.

Ein Tipp: Bei Probleme mit Wühlmäusen und anderen Nagetieren, können die Wurzeln des frischgepflanzten Obstbaumes oder -strauches mit Wühlmausdraht vor Fraßschäden geschützt werden. Unverzinkter Wühlmausdraht verrostet nach 2-3 Jahren komplett und ermöglicht den Wurzeln ein ungehindertes Wachstum.

Stauden teilt man allgemeinhin mit einem scharfen Spaten. Rhabarber oder Liebstöckel sind klassische Kandidaten. Viele Stauden halten es lange an ihrem Standort aus und reagieren ungehalten über einen Standortwechsel. Pfingstrosen (Päonien) sind da ein gutes Beispiel. Bevor man hier die ganze Pflanze umsetzt, könnte man einen Teil des Wurzelgeflechts an Ort und Stelle belassen.

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