Weil gerade jetzt zum Herbst viele Leute im Internet danach suchen, schreibe ich mal kurz etwas zum Thema Düngen mit Pferdemist.

Pferdemist auf dem Beet
Pferdemist auf dem Beet

Warum bringt man überhaupt Pferdemist in seinem Garten aus?

Antwort: Weil man eine größere Ernte haben möchte.

Einen anderen Grund gibt es für einen Hobbygärtner nicht. Ihr müsst also entscheiden, ob ihr mit euren bisherigen Erntemengen zufrieden seid oder nicht. D.h. also, ob sich der Aufwand lohnt.

Pferdemist zählt zu den organischen Düngern, mit denen man den Nährstoffgehalt im Boden anheben kann. Für die meisten Pflanzen ist Pferdemist verträglich. Am besten profitieren Rosen davon. Zusätzlichen Dünger sollte man aber generell nur dann einsetzen, wenn der Boden danach verlangt oder eine Analyse ergeben hat, dass ihm Nährstoffe fehlen. Einen schweren Boden mit hohem Lehm- oder Tonanteil wird man eher nicht mit Stallmist düngen, einen leichten Sandboden hingegen schon.

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Das Wichtigste im Umgang mit Pferdemist

Frischer Mist darf niemals in direktem Kontakt mit den Wurzeln einer Pflanze kommen!
Das bekommt den Pflanzen außerordentlich schlecht und im schlimmsten Falle gehen sie ein.

Frischer Mist wird nicht untergegraben!
Mist wird immer nur oberflächlich ausgebracht oder leicht eingearbeitet, aber nie unter Sauerstoffabschluss vergraben. Dort fault er nur und kann nicht richtig verrotten. Es gibt Ausnahmen wie z.B. das Mistbeet (eine spezielle Form des Frühbeets), aber das ist hier nicht das Thema.

Nehmt nur den Pferdemist von gesunden Tieren!
Niemand will unnötig Krankheitserreger in seinem Boden einschleppen.

Wann bringe ich Pferdemist aus?

Die klassische Zeit zum Ausbringen von Pferdemist auf die Beete ist der Spätherbst oder der ausgehende Winter. Somit sollte noch genügend Zeit bis zur Saison bleiben, damit der Mist verrotten und seine Nährstoffe auslösen kann. Vor allem die Nährstoffe (hier hauptsächlich Stickstoff) sollen ja rechtzeitig für das Pflanzenwachstum im Frühjahr zur Verfügung stehen. Durch die Zersetzungsprozesse innerhalb des Mistes wird Wärme erzeugt, was einen Zeitvorteil für eure Pflanzen bedeutet. Wenn ihr den Mist zu spät ausbringt kann das zarte Gemüse allerdings einen Hitzeschock erleiden – die Pflanzen verbrennen regelrecht.

Welche Nachteile hat Pferdemist

Viele Gärtner gehen vorsichtig an den Pferdemist heran und kompostieren ihn erst einmal für ca. 6 Monate. Dann ist er halb verrottet und nicht mehr so scharf. Unverrotteter, d.h. frischer Pferdemist ist nämlich eine Brutstätte für Möhren- und Zwiebelfliegen. Die fühlen sich dort richtig wohl. Für Zwiebelbeete, Möhren- oder Kohlpflanzen ist Pferdemist also nicht wirklich geeignet.

Begleiterscheinungen beim Pferdemist

Je nachdem wie „belastet“ der Mist ist, wird er im Laufe der nächsten Wochen und Monate auspilzen. Zudem werden Gräser sprießen, obwohl ihr gar keine ausgesät habt – das ist dann der unverdaute Hafer aus dem Pferdefutter.

10 Comments

  1. Henninger

    Habe im Mai beim pflanzen meiner Tomatenpflanzen u.a frischen Pferdemist verwendet; war natürlidch vollkommen falsch. Meine ganzen Tomatenpflanzen sind natürlich eingegangen. Das mußte ich als Anfänger erleben. Hätte ich vorher ins Internet geschaut, wäre mir das nicht passiert. Auch den Mist den ich im Herbst untergegraben habe, macht sich immer noch bemerkbar. Die im Mai gepflanzten Tomaten sehen immer noch nicht gut aus. Wie kann man den Boden nun verbessern?

    1. Hallo Herr/Frau Henninger,

      Tomaten sind etwas eigen in Sachen Düngung.
      Sie lieben ihre eigene Erde und ihren eigenen Kompost am meisten. Das heisst: kompostieren Sie für das nächste Mal die abgestorbenen Tomatenpflanzen separat und mischen diesen Kompost mit der alten Tomaten-Erde. Geht am einfachsten, wenn man die Tomaten in Kübeln oder Töpfen zieht.
      Es gibt Tomatenzüchter, die vergraben pro Tomatenpflanze einen Süßwasserfisch etwa 10 cm unterhalb der Wurzel. Bis die Wurzeln dort vordringen, ist der Fisch zersetzt und gibt seine Nährstoffe frei.
      Mist würde ich – Ausnahme: Mistbeet im Frühjahr – nie untergraben. Immer nur leicht einarbeiten, denn sonst verrottet er nicht richtig. Jetzt kann man nicht viel machen, außer Warten. Es sei denn, man gräbt den Mist wieder aus und lässt Luft rankommen.

  2. Katha

    Hallo wir haben nun den 3.2.19 ich bekomme heute frischen ponymist. Ich weiß ich bin etwas spät dran eigentlich im Herbst. Aber ich habe nicht vor meine Beete damit zu düngen. Meine Frage nun, kann ich den Mist jetzt ,also heute auf meine Rosen und Sträucher aufbringen trotz gefrorener Erde, als Startdüngung. Sträucher und Obstbäume sollen ja nicht so empfindlich auf frischen Mist reagieren wie empfindliche Gemüse pflanzen oder soll ich lieber noch warten bis März, April? Danke

    1. Hallo Katha,

      bei gefrorenem Boden macht das ja keinen Sinn.
      Ich würde eine frostfreie Periode abwarten (das reicht meistens aus, damit die obere Bodenschicht auftaut) und den Mist dann rund um besagte Sträucher und Bäume ausbringen und versuchen einzuarbeiten.
      Einfacher wäre es natürlich, bis März/April zu warten.

  3. Elena Littmann

    Hallo,
    fast mein ganzes Leben lang hatte ich (61) Pferde und Garten und habe das überall zu lesende Mantras „ja keinen frischen Mist verwenden!“ befolgt. Bis mich vor eineinhalb Jahren ein anderer Gärtner darauf brachte, dass das nur für Stallmist gilt (der mit Urin vermischt ist). Die Äpfel alleine, so wie die Pferde sie auf der Weide fallen lassen, kann man wunderbar sofort auf die Beete tun. Sein Hit: sie getrocknet zu faserigem Mulch zu verarbeiten. Hat sich bei mir sowohl im Gemüsegarten und oben auf den Tomatentöpfen als auch bei sämtlichen Blumen hervorragend bewährt!

    Und noch 2 Anmerkungen: 1. längst nicht alle Pferde bekommen Hafer (siehe angeführte Nachteile)
    2. Nach Wurmkuren den Mist ein paar Tage lang nicht verwenden (und möglichst auch irgendwo lagern, wo er das Bodenleben nicht kaputt machen kann)

    1. Peggy

      Hallo Elena, Deinen Kommentar kann ich voll und ganz bestätigen. Ich nehme die frischen Pferdeäpfel vom abäppeln aus der Halle und habe meine Erdbeere direkt darauf gepflanzt- Erdbeeren lieben das. Meinen Salat im Gewächshaus habe ich ebenfalls eine Handvoll ins Pflanzloch gegeben – er wächst wunderbar.

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